Cloud Computing – Ab in die Wolke…

Alle reden derzeit vom Cloud Computing. Auf der diesjährigen CeBIT, die unter dem Thema „Work and Life with the Cloud” stand, waren sich die Experten einig: Die Bereitstellung von Anwendungen und Daten via Web wird die Organisationsprozesse von Unternehmen tiefgreifend verändern. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können damit Anwendungen realisieren, die bisher eher Großunternehmen vorbehalten waren. Ich möchte Ihnen einen Überblick über die „einfache“ Datensicherung auf einer virtuellen Festplatte und Cloud Computing als „großer Lösung“, die die gesamte IT eines Unternehmens betrifft, geben.

Online-Festplatten – die praktische Lösung für Privatanwender

Wem es nur darum geht, seine Daten sicher zu speichern und ortsunabhängig darauf zuzugreifen, kann Anwendungen wie Dropbox oder Wuala nutzen, die ich Ihnen bereits im November und April vorgestellt habe. Eine solche Online-Festplatte kann jeder nutzen, unabhängig vom verwendeten Betriebssystem. Mit Tools wie dem Firefox-Plug-In Gspace kann man den kostenlosen Speicherplatz von Freemail-Angeboten als digitale Lagerfläche nutzen. Auch Amazon bietet mit Cloud Drive kostenlosen Speicherplatz, der via Webbrowser oder Smartphone-App von überall her abgerufen werden können. Der Haken bei all diesen Angeboten: Sie bieten nur selten mehr als zwei Gigabite Speicherplatz.

Cloud Computing – die Gesamtlösung für Unternehmen

Der Grundgedanke beim Cloud Computing ist, dass alle Anwendungen im Web laufen – von einfacher Software bis hin zu kompletten Betriebssystemen. Dabei geht es also um weit mehr als nur virtuelle Datensicherung. Cloud Computing ist kein komplett neues Prinzip sondern der technologische Trend, IT-Ressourcen nur dann über ein Netzwerk bereitzustellen und abzurechnen, wenn sie wirklich gebraucht werden. Neben der ortsunabhängigen Verfügbarkeit bietet Cloud Computing weitere Vorteile, etwa eine Skalierbarkeit, Kostenflexibilität, Vereinfachung der IT-Administration und kürzere Bereitstellungszeiten für neue Services.

Unternehmen wie Microsoft, Google, Amazon oder IBM bieten ihre Rechenpower Firmen an, die dabei nicht für Programmlizenzen oder Server bezahlen sondern nur für die tatsächlich verbrauchte Leistung. Nutzer beziehen jeweils die Leistungen, die sie benötigen und kombinieren diese nach ihren persönlichen Bedürfnissen. So lassen sich diverse Anbieter miteinander verknüpfen, etwa Amazons virtueller Speicher Simple Storage Service (S3) mit Googles Entwicklungsplattform App Engine (GAE) oder Microsofts Windows Azure. Dienstleistungen bestehen also aus einer Bündelung verschiedener Angebote, die in einem Baukastenprinzip aufgebaut sind – so entsteht eine Wolke (engl. „cloud“) aus Servern und Services.

Als Unternehmens-Infrastruktur befindet sich Cloud Computing noch in einem frühen Stadium, wächst aber kontinuierlich. Vor allem die Kostenflexibilität gilt als ein großer Vorteil und macht die digitale Wolke auch für kleinere Unternehmen interessant. Da sie nicht mehr auf eigene Server angewiesen sind, sinkt der Kostendruck. Insbesondere Start-ups können so mit neuester Hardware-, Software- und Netzausrüstung bei sehr geringen eigenen IT-Ressourcen auf den Markt gehen. Risiken hinsichtlich Kapitalbedarf, Implementierung, Betrieb und Wartung lassen sich minimieren. Vom Cloud Computing profitieren alle: Der User kann Software plattformunabhängig nutzen, Software-Anbieter sparen sich die Anschaffung teurer Hardware, und Serverbetreiber verdienen Geld, indem sie ungenutzte Rechenleistung vermieten.

Sicherheit von Cloud-Services

Einerseits ermöglicht die Strategie des Auslagerns in die Wolke Unternehmen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. Andererseits wächst dabei die Abhängigkeit von externen IT-Systemen, deren Ausfall durch technische Störungen, Hackerangriffe oder Malware ganze Geschäfts- oder Produktionsprozesse lahm legen kann. Datenschutz und die Verfügbarkeit der Services gehören deshalb für die Anbieter von Cloud Services zu den entscheidenden Kriterien ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Für Anwender lauten die zentralen Fragen bei der Wahl eines Cloud-Dienstleisters: Wo sind meine Daten? Wer hat darauf Zugriff? Und wie sicher sind meine Daten?

Einen interessanten Artikel zu den Security-Risiken das Cloud Computing und geeigneten Sicherheitsmaßnahmen habe ich hier gefunden. Eine informative Übersicht für Cloud Computing-Einsteiger bekommen Sie bei Spiegel online. Im Mittelstandswiki finden Sie einen ausführlichen Überblick über das Thema und erhalten praktische Tipps, wie Sie für Ihre Bedürfnisse die beste Cloud Computing-Variante finden.

Nutzen Sie bereits Cloud Computing? Wenn ja, wie sind Ihre Praxiserfahrungen? Falls nein, würden mich die Gründe dafür interessieren. Ich freue mich über Ihr Feedback.


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Kommentare
3 Responses to “Cloud Computing – Ab in die Wolke…”
  1. Anna Miele sagt:

    Man sollte genau recherchieren wo die Server sind, weil man die nicht vor den Administrator wircklich schützen kann, siehe auch Artikel bei Wikipedia

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