Andere Länder, andere Sitten (Teil 2) – die Geschäftsreise geht weiter

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Haben wir uns im ersten Teil mit Skandinavien, Japan, China und den USA beschäftigt, stehen nun die größte Teenation und das Gourmet-Land schlechthin im Fokus.

Großbritannien

Denken wir an Großbritannien, dann fallen den meisten die roten Doppeldecker, der Regen, oder sogar die Minzsauce ein. Aber wie real letztlich Klischees in der Realität sind, lässt sich nur bei einer Reise dorthin feststellen.

Bei dem Begriff Großbritannien muss man sich bewusst machen, dass dieser nicht nur England, sondern auch Schottland, Wales und Nordirland umfasst.

Vermeiden Sie es die Zahl zwei in Form eines umgedrehten Victory-Zeichens zu zeigen. Auch das ist eine extreme Beleidigung. Der Ursprung dieser Unhöflichkeit liegt im hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich, von 1337 bis 1453. Die zahlenmäßig überlegenen Franzosen drohten der englischen Armee, den Überlebenden, die zum Bogen schießen benötigten Zeigefinger abzuhacken. Jedoch gewannen die Engländer und zeigten den gefangen genommenen Franzosen stattdessen diese Geste als Schmähung. Eine Revanche der Franzosen gab es dann in den Napoleonischen Kriegen, von 1792 bis 1815. Die Franzosen benutzten dieses Zeichen nun ihrerseits als Beleidigung der Verlierer. Heutzutage ist es landesweit eine Anspielung auf die gespreizten Beine einer Frau.

Übrigens sollte man wissen, dass die Begrüßung per Handschlag in Großbritannien eher unüblich ist. Ein einfaches:„How are you?“, reicht hier vollkommen aus.

Dann sollte an die kleinen falschen Freunde der Grammatik gedacht werden. In der englischen Sprache existiert das Wort „handy“ nicht, jedenfalls nicht in Bezug auf Mobiltelefone. Schließlich nennt man sie dort: „mobile“, „handy“ bedeutet übersetzt „handlich“. Generell sollte man wissen, dass extrem großer Wert auf ein gutes Englisch gelegt wird. Da der Sprachunterricht dort eher stiefmütterlich gehandhabt wird sollte man auch nicht davon ausgehen, dass andere Sprachen gesprochen werden. Schließlich spricht man ja die Weltsprache Englisch.

Sollte ein Brite Sie fragen, ob sie vom Kontinent stammen, können Sie die Frage ruhig mit: „Ja“, beantworten. Denn Briten sind für ihre Skepsis in Bezug auf die EU und Kontinentaleuropa bekannt und scherzen gerne über die Menschen vom Kontinent.

 

Frankreich

Die Lieblingsfeinde der Briten. Aber vor allem als Land des Stils und der Sterneküche bekannt.

Jedoch ist man hier relativ verloren, wenn man kein Französisch spricht, oder zumindest verstehen kann. Zwar ist es mittlerweile immer üblicher Geschäftstermine auf Englisch zu führen, aber spätestens auf dem Weg mit dem Taxi oder der Metro ins Hotel wird man feststellen, dass Französisch doch ganz praktisch wäre.

Die Franzosen sind extrem stolz auf ihre Sprache und immerhin wird sie noch von circa 220 Millionen Menschen weltweit gesprochen. Darunter etwa Kanada, Belgien, die Schweiz und Teile der ehemaligen Überseekolonien in Afrika und in der Karibik.

In Frankreich gibt es sogar ein Gesetz zur Erhaltung der Französischen Sprache, das Loi Tubon, das es z.B. unter saftige Geldbuße stellt englische Werbeslogans ohne französische Übersetzung darunter zu veröffentlichen. Die Académie Français hat es sich sogar zur Aufgabe gemacht die französische Sprache vor dem immer wachsenden Einfluss des Englischen zu schützen.

Streng geht es auch zu Tisch zu. Es wird penibelst auf gute Tischmanieren geachtet. Kein Berühren der Teller und Gott bewahre, weder schmatzen, noch schlürfen.

Aber zu Beginn eines solchen Termins wird gern erstmal Konversation betrieben. Ganz locker um sich einfach ein wenig kennenzulernen. Aber erschrecken Sie nicht, in Frankreich ist es üblich dem anderen ins Wort zu fallen.

Das Thema Alkohol ist in Frankreich ziemlich präsent. Aber für sinnlose Saufgelage, oder bloßem Konsum fehlt den Franzosen das Verständnis. Klasse zählt hierbei mehr, als Masse.

 


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