Evernote vs OneNote – Das ausgelagerte Gedächtnis

Evernote vs OneNote

Nutzen Sie eigentlich das Notizprogramm auf Ihrem Computer oder Smartphone? Ich habe mir dort schon oft einen Geistesblitz notiert, den ich auf keinen Fall vergessen wollte. Das Resultat: Meistens habe ich die Notiz vergessen, da ich sie nicht mit anderen Programmen verknüpfen oder online synchronisieren konnte. Wochen später konnte ich dann mit meiner Idee überhaupt nichts mehr anfangen. Deshalb habe ich mich auf die Suche nach einem „virtuellen Gedächtnis” gemacht, einem digitalen Notizbuch zum zentralen Erfassen, Sammeln und Archivieren von Informationen. Mit OneNote und Evernote möchte ich Ihnen die beiden am häufigsten verwendeten Programme im Vergleich gegenüberstellen.

OneNote – perfekt für Windows-User

Microsoft OneNote nutzt den PC als eine Art High-Tech-Notizblock und integriert sich in die verschiedene Office-Programme. Dadurch können z.B. Notizen in Word oder Kontaktinformationen in Outlook einfach aus OneNote übernommen werden. Das Programm ist relativ leicht verständlich, einfach zu bedienen und ermöglicht es, Notizen geordnet zu speichern. Sie können Bilder, Videodateien und Texte ablegen, Listen anlegen und Notizen untereinander verknüpfen. Alle gesammelten Notizen lassen sich einfach per Drag&Drop nach Belieben verschieben und neu organisieren.

Ein großer Vorteil des Programms ist, dass alle Notizen auf File- oder Webservern abgelegt werden können, so dass sie sich auch von anderen Standorten verwenden oder z.B. mit Kollegen teilen lassen. Außerdem können Sie Ihre Notizen mit anderen Geräten synchronisieren und seit einigen Wochen auch vom iPhone auf OneNote-Notizen zugreifen, die auf Windows Live Skydrive oder dem PC gespeichert sind. In der beruflichen Anwendung eignet sich OneNote besonders für die Verwaltung von „kleinteiligen“ Informationen, sogenanntem Streu-Know-how, wie etwa Kunden- und Lieferantennummern. Zwei Nachteile hat das Programm aus meiner Sicht: Es ist – mit etwa 70 Euro aufwärts – nicht gerade günstig. Und nur wer das Officepaket von Microsoft installiert hat, kann die gute Integration von OneNote nutzen; bei der Nutzung von Alternativen wie OpenOffice sind dagegen einige Funktion nicht nutzbar.

Evernote – das plattformübergreifende Notizbuch

Mit der Freeware Evernote können Sie sämtliche Notizen, Grafiken, Adressen oder To-Dos speichern und kategorisieren, um sie dann im Büro oder Zuhause in Ruhe anzusehen oder zu bearbeiten. Wie bei OneNote lassen sich die Inhalte per Drag & Drop verwalten. Das Tool ist mit der Google Desktop-Suche kompatibel und kann auf einem iPhone, iPod Touch, iPad oder unter Windows und allen wichtigen Handybetriebssystemen genutzt werden.

In der neuesten Version lassen sich nicht nur Bilder automatisch vom Handy importieren, sondern Notizen direkt aus der Webcam heraus mit Bildern ausstatten. Vielsurfer, die dabei Notizen machen, können zur Firefox-Erweiterung ScrapBook greifen. Evernote synchronisiert die Clientinstallationen über das Internet und speichert die Informationen einerseits auf seinen Servern, andererseits auf den Rechnern des Nutzers. Notizen können direkt in der Applikation angelegt oder per Twitter bzw. mit der Web-Schnittmasken-Erweiterung Web Clipper an Evernote gesendet werden. Ein großer Nachteil: Da das Programm keine integrierte Scanner-Schnittstelle besitzt, ist immer eine Internetanbindung notwendig. Im Flugzeug zu arbeiten ist also nicht möglich.

Mein Fazit

OneNote und Evernote eignen sich hervorragend für die Selbstorganisation und Produktivität. Eindeutig für Evernote spricht vor allem, dass das Programm kostenlos ist. Am besten überlegen Sie sich, welche Programm-Merkmale für Sie entscheidend sind und testen beide Tools. Wenn es Ihnen nicht unbedingt um eine Notizbuchfunktion sondern vor allem um die Synchronisation von Dateien zwischen verschiedenen Rechnern und Benutzern geht, bietet sich alternativ auch Dropbox an. Der Gratis-Webdienst stellt ein Netzwerk-Dateisystem bereit und ermöglicht damit eine Online-Datensicherung.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit OneNote oder Evernote? Oder empfehlen Sie eine andere Lösung, um Notizen digital zu sammeln und auszutauschen? Ich freue mich über Ihr Feedback.


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Kommentare
7 Responses to “Evernote vs OneNote – Das ausgelagerte Gedächtnis”
  1. hendrik sagt:

    .. habe gerade Evernot for Windows Mobile (v3.3.64861) getestet. Leider benötigt Evernote Mobile eine ständige Web-Verbindung. Offline-Arbeiten ist leider nicht möglich. Somit für mich ein KO-Kriterium. Also doch wieder Onenote.

    • Michael sagt:

      diese Aussage ist, zumindest Stand 2013 nicht korrekt. Ich kann problemlos auch offline mit Evernote arbeiten. Die Frage ist, ob man seine Notizen nur lokal halten möchte oder auf mehreren Devices verwenden will.

      Allerdings muss für die Installation eine Verbindung zum Dienst von Evernote bestehen. Und dass gilt leider auch für die Desktopversion. Leider, weil ich die Software auf meinen Arbeits-PC installieren wollte, um meine Arbeitsnotizen damit zu verwalten. Diese wollte ich auch nur lokal halten, also nicht Richtung Evernote synchronisieren.
      Da Evernote in unserem Unternehmen geblockt wird, kann ich aber leider die Installation nicht durchführen und muss auf OneNote ausweichen…

  2. JanR sagt:

    Hallo!

    Wie kommt man an das Iphone App rann, wenn man keine amerikanische Kreditkarte hat.
    Hat da jemand mal eine Idee?

    Vielen Dank!

    //JanR

  3. JanR sagt:

    Hej René!

    Nee nee nee, das funktioniert nicht. Ihre Kreditkarte ist nicht in der USA Registriert, oder so ähnlich kam da als kommentar.
    Aber man kan sich ein US-account auch ohne Kreditkarte eröffnen, frage Mr. Google und man erhält eine Antwort.
    Das Iphone-App braucht aber noch ne Menge Entwicklung bis es richtig anwendbar ist. Es kann z.Bsp. keine eingebetteten Emails lesen oder öffnen.

    //JanR

  4. Giovanne sagt:

    Hallo. Ich habe eine Frage zu Evernote vs. Onenote. Wie lassen sich bei Onenote auf dem Iphone die Notizen organisieren, also verschieben in andere Ordner oä? Außerdem bietet Evernote eine eigene Emailadresse, an die ich ganz schnell Dokumente senden kann. Geht das bei Onenote auch? Danke für die Infos!!

  5. Diana Sauerwein sagt:

    Der Artikel ist zwar schon älter aber ich bin erst Ende 2012 auf Evernote gestossen. Seitdem nutze ich es mehrmals täglich. Durch die Möglichkeit, Schlagworte zu vergeben, ist es für mich ein optimales Tool für berufliche und private Organisation. Ich möchte es nicht mehr missen!

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