Elektronik-Trends der IFA 2016: Kopfhörer für Geschäftsreisende, Notebook mit zwei Displays, High-End-Smartphones aus China

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Es war die größte Internationale Funkausstellung aller Zeiten: Auf der IFA 2016 in Berlin präsentierten 1.823 Austeller Unterhaltungselektronik der neuesten Generation – ein Rekord. Welche Neuheiten waren besonders spannend? Wir stellen drei Trends vor, die unsere Techniknutzung in den kommenden Monaten spürbar bereichern könnten.

 

Kabellose Kopfhörer mit Noise-Cancelling – Pendler und Vielflieger wird’s freuen

In Bahn und Flugzeug endlich entspannt Musik hören wie im Wohnzimmer, ohne Rauschen, ohne Stimmen von Mitreisenden und anderen störenden Außengeräuschen: Kopfhörer mit Noise-Cancelling machen es möglich. Zu Deutsch: aktive Geräuschunterdrückung. Gleich mehrere Modelle mit der Trend-Technik waren auf der IFA 2016 zu sehen.

Das Ausfiltern der Geräusche funktioniert so: Mikrofone in den Kopfhörermuscheln nehmen die unerwünschten Außentöne auf und geben sie an einen Chip weiter, der sie phasenverkehrt umwandelt und sie so neutralisiert.

Wer viel mit Zug oder Flieger unterwegs ist, zum Beispiel auf Geschäftsreisen, dürfte sich für die Technik interessieren – muss für die audiophilen Reise-Kopfhörer mit Bluetooth von Herstellern wie Bose, Sennheiser, Sony und Co allerdings auch um die 400 Euro hinblättern.

Wer ausschließlich auf die Laufzeit schielt, braucht nicht so tief in die Tasche zu greifen: 60 Euro kosten etwa die neuen JVC-Bluetooth-Kopfhörer, die 17 Stunden durchgehenden Musikgenuss versprechen, ohne dass der Akku schlapp macht. Es ist ein weiterer Trend auf der IFA 2016: Kabellos-Kopfhörer der neuesten Generation müssen weitaus seltener an die Steckdose als Modelle der vergangenen Jahre.

 

Notebook aus zwei Tablets – Notizen machen war nie leichter

Der weltgrößte Computer-Bauer Lenovo stellte auf der IFA 2016 ein spektakuläres Business-Notebook vor, das ohne Tastatur auskommt und aus zwei aufeinander klappbaren Tablets besteht: Beim Yoga Book fungiert die Unterseite als riesiges Touchpad, auf dem eine virtuelle Tastatur zum Tippen eingeblendet werden kann. Die per Scharnier andockbare Oberseite dient als herkömmlicher Touchscreen.

Doch eigentlich ist bei diesem gerade einmal 500 Euro teuren Convertible alles auf die Bedienung per mitgeliefertem Stift und Touchscreen ausgelegt. Das Touchpad hat eine angeraute, besonders griffige Glasoberfläche und dient vor allem als digitaler Notizblock. Möglich ist es sogar, einen Notizblock aus Papier aufzulegen und die darauf geschriebenen Notizen automatisiert digitalisieren zu lassen. Besonders praktisch etwa bei Vorträgen.

Sowohl eine Android- als auch eine Windows-10-Variante (mit 600 Euro etwas teurer) sind erhältlich – jeweils mit identischen technischen Eckdaten: Intel Atom-X5-Quadcore-CPU, 4 Gigabyte RAM, AC-WLAN, 64 Gigabyte Speicherplatz. Für 100 Euro mehr gibt es ein LTE-Modem obendrauf.

 

Fernost-Smartphones – chinesische Hersteller schielen nach Marktführerschaft

Smartphones von Nubia verkaufen sich in China millionenfach, mitunter binnen Stunden nach Markteinführung eines neuen Modells – in Europa kennt den Hersteller aus der Volksrepublik kaum jemand. Noch. Mit spektakulären Produktpräsentationen auf der IFA 2016 machte die ZTE-Tochter seinen Namen bekannter. Für 300 Euro soll das Nubia Z11 mit Premium-Ausstattung schon bald in unseren Breiten in den Handel kommen. Als Werbegesicht wurde mal eben Fußball-Superstar Christiano Ronaldo engagiert.

Auch Huawei aus dem chinesischen Shenzhen, schon jetzt nach Samsung und Apple weltweit drittgrößter Smartphone-Hersteller, bringt neue Modelle raus (Nova und Nova Plus). Ebenso Motorola Mobility (neues Modell: Moto Z), das der chinesische Lenovo-Konzern vor einiger Zeit Google abgekauft hat.

Noch dominieren Apple aus den USA und Samsung aus Südkorea den Weltmarkt – aber die IFA 2016 zeigte, dass Smartphone-Hersteller aus dem Reich der Mitte in absehbarer Zeit die Spitze erobern könnten.

Für den Verbraucher durchaus eine positive Entwicklung. Unterm Strich bedeutet das High-End-Technik für weniger Geld.

Auf jeden Fall wäre es falsch, wenn man aufgrund des Ursprungslands auf Qualitätseinbußen schließen würde – schließlich produzieren auch Apple und Samsung ihre kostspieligen Premium-Geräte in chinesischen Werken.


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