Nicht-Kompetenz kompensieren – was es damit auf sich hat

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Ein Mann hält eine Maske in seiner Hand und den erhobenen Zeigefinger vor seinem Gesicht

Die eigene Nicht-Kompetenz zu kompensieren ist eine Fähigkeit, die viele Arbeitnehmer auszeichnet – und es ist häufig ihre einzige. Aber was verbirgt sich hinter diesem Begriff und wie kann ich mit Kollegen umgehen, die sich mit ihrer Inkompetenz vor der Arbeit drücken?

Was bedeutet Inkompetenzkompensationskompetenz?

Der Begriff stammt ursprünglich von dem Philosophen Odo Marquard. Anlässlich einer Rede im Jahr 1973 beschrieb er mit der komplizierten Bezeichnung selbstironisch die Lage der Philosophie. Diese habe über die Zeit ihre Kompetenzen verloren und letztlich nur noch eine, nämlich die eigene Nicht-Kompetenz geschickt zu kompensieren.

Arbeitnehmer mit Nicht-Kompetenz im Job erkennen

Vermutlich hat jeder schon einmal mit einer Person zusammengearbeitet haben, die eben nur diese einzige Fertigkeit besitzt: ihre Inkompetenz mit der Kompetenz zu kompensieren, dass sie ihre eigene Unfähigkeit geschickt vor anderen kaschiert.

Solche Typen lassen sich unter anderem an diesen Verhaltensweisen erkennen:

  • Verstecken: Wenn das Team zusammen an einem Konzept arbeitet, gibt es oft eine Person, die sich überhaupt nicht einbringt. Das fällt kaum auf, da sie sich in der Situation geschickt zurückzieht. Und wer weiß am Ende noch, wer genau welchen Beitrag geleistet hat?
  • In den Vordergrund spielen: Geht es um die Präsentation der Teamarbeit, ist der Inkompetente häufig weniger zurückhaltend. Die Ideen anderer als die eigenen zu verkaufen, fällt ihm nämlich nicht schwer.
  • Aufgaben abgeben: Wenn es darum geht, schwierige Aufgaben zu delegieren, sind diese Personen ebenfalls geschickt. Eine typische Ausrede, mit der ein Kollege diesen Schritt begründen könnte, ist: “Ich habe so viel zu tun, könntest du das bitte übernehmen?”

Kollege vertuscht seine Inkompetenz: Was tun?

Enge Kollegen lassen sich von der Nicht-Kompetenz womöglich nicht blenden. Vorgesetzte können aber darauf reinfallen, so machen Menschen mit dieser Art der Täuschung Karriere. Eine Tatsache, die hart arbeitende Kollegen frustriert. Aber was ist zu tun?

Zum Vorgesetzten zu gehen, ist keine gute Idee. Dieser hält seinen Mitarbeiter schließlich für kompetent und könnte denken, Sie seien bloß eifersüchtig, missgünstig und unkollegial. Warten Sie lieber ab, vielleicht fällt die Inkompetenz Ihres Kollegen doch noch auf. Oder werden Sie aktiv und versuchen, etwas an der Situation zu ändern. Bieten Sie Ihrem Kollegen beispielsweise Ihre Hilfe bei komplexen Aufgaben an. Vielleicht lernt er so, seinen Job wirklich gut zu machen – anstatt nur so zu tun, als ob.

Urheber des Titelbildes: Elnur Amikishiyev / 123RF Standard-Bild


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