Studie: Digitalisierung führt zu mehr Stress im Job

Die Digitalisierung hat viele Vorteile. Sie beschleunigt Arbeitsprozesse, vernetzt und stellt Wissen sofort und für alle zur Verfügung. Andererseits bedeutet Digitalisierung mehr Stress im Job, wie eine Gewerkschaftsstudie eindrucksvoll belegt.

 

Arbeitnehmer in nicht digitalisierten Berufsumfeldern sind entspannter

Deutsche Arbeitnehmer leiden unter wachsendem Arbeitsdruck. Das gilt für alle Branchen. Aber besonders gilt es für Berufstätige, die für ihre Arbeit digitale Techniken nutzen. Zwei von drei Arbeitsplätzen in Deutschland sind heutzutage digitalisiert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat in einer Studie untersuchen lassen, in welchem Ausmaß Digitalisierung Stress erzeugt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den digitalisierten Branchen geben 60 Prozent aller Arbeitnehmer an, häufig gehetzt zu sein und unter Druck arbeiten zu müssen. Berufstätige, die nicht mit digitalen Medien arbeiten, klagen nur zu knapp 50 Prozent über Zeitdruck.

 

Digitalisierung: Mehr Stress im Job wegen ständiger Erreichbarkeit

Dass Digitalisierung zu mehr Stress im Job führt, belegen die Zahlen der DGB-Studie deutlich:

  • 69 Prozent aller digital Arbeitenden haben das Gefühl, sich ihren Aufgaben nicht mehr im angemessenen Zeitrahmen widmen zu können.
  • 65 Prozent klagen über zunehmendes Multi-Tasking.
  • 69 Prozent geben an, Aufgaben nicht konzentriert erledigen zu können, weil es ständig Störungen gibt.

Vielleicht liegt hier die Hauptquelle des digitalen Übels: Der vernetzte Mitarbeiter ist dauernd erreichbar. Jeder Einfall, jede Information, jede Verschlimmbesserung erreicht jederzeit auf digitalem Wege – oft auch nach Feierabend.

 

Zwischendurch Auszeiten vom Job nehmen

Der DGB fordert mehr Mitsprache der Arbeitnehmer in der Tages- und Wochenplangestaltung. Arbeitnehmer, die Einfluss auf ihr Pensum nehmen können, seien deutlich weniger gestresst. Doch solange solche Prozesse in einem Betrieb nicht in Gang kommen sind und es mehr Aufgaben gibt, als erledigt werden können, führt Digitalisierung zu mehr Stress im Job.

Ein probates Mittel zur Stressreduzierung ist es, sich regelmäßig kleine Auszeiten vom Job zu nehmen. Dazu zählt, Pausen außerhalb des Arbeitsplatzes und ohne Smartphone zu verbringen, idealerweise bei einem Spaziergang an der frischen Luft. Und wer nach der Arbeit Kraft tanken will, sollte die Arbeit Arbeit sein lassen und das Smartphone möglichst nicht mehr für dienstliche E-Mails und Telefonate nutzen. Die Devise lautet: Abschalten, um abzuschalten!


1 Sternchen2 Sternchen3 Sternchen4 Sternchen5 Sternchen (Bisher wurden für den Artikel "Studie: Digitalisierung führt zu mehr Stress im Job" noch keine Sternchen vergeben)

Diesen Artikel kommentieren