Mietwagen, Leasing, Carsharing – wer kein eigenes Auto kaufen möchte, findet zahlreiche alternative Angebote. Dazu hat sich seit einiger Zeit auch das sogenannte Auto-Abo gesellt. Ähnlich wie beim Leasing erhalten Abo-Nutzer ein Fahrzeug gegen eine monatliche Gebühr zur Verfügung gestellt. Die Laufzeiten sind allerdings wesentlich kürzer.
Wie das Auto-Abo genau funktioniert, für wen es sich lohnt und ob es auch im beruflichen Kontext Vorteile bietet, erklären wir im folgenden Artikel.
Wie funktioniert das Auto-Abo?
Auto-Abos werden für einen bestimmten, vertraglich festgelegten Zeitraum abgeschlossen, zum Beispiel für drei, sechs oder zwölf Monate. Abonnenten zahlen eine monatliche Fixgebühr. Die Nebenkosten für Kfz-Steuer, Versicherung, Zulassung, Wartung und Reparatur sind darin bereits enthalten. Autofahrer müssen also nur einen Abo-Vertrag unterzeichnen und sich ansonsten um nichts weiter kümmern.
Am Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit ist das Fahrzeug an den Anbieter zurückzugeben. Bei Vertragsabschluss vereinbaren Anbieter und Abonnenten nicht nur die Laufzeit, sondern auch eine bestimmte Kilometerleistung pro Monat oder Jahr. Bei Bedarf lassen sich diese Kilometerpakete später noch an die tatsächliche Fahrleistung anpassen.
Lohnt sich das Auto-Abo finanziell?
Wie viel das Auto-Abo kostet, richtet sich nach Anbieter, Fahrzeugtyp, Laufzeit und Kilometerleistung. Kleinwagen sind ab etwa 250 bis 300 Euro im Monat zu haben, Spitzenmodelle kosten im Abo bis zu 1.000 Euro.
Eine längere Vertragslaufzeit und eine geringe Kilometerleistung reduzieren die Abo-Rate. Wer jedoch mehr als die vereinbarten Kilometer fährt, muss am Ende draufzahlen. Vereinzelt fällt eine Start- oder Anmeldegebühr in Höhe von 100 bis 1.500 Euro an. Hinzu kommen Sprit- oder Stromkosten.
Zum Vergleich: Für einen eigenen Pkw zahlen Autofahrer nach Berechnung der Allianz Versicherung zwischen 200 und 400 Euro im Monat – auch dann, wenn der Wagen nur in der Garage steht.
Abo, Leasing, Carsharing – was ist der Unterschied?
Auf den ersten Blick ähnelt das Auto-Abo dem Carsharing, dem Mieten oder dem Leasing eines Autos. Es gibt aber bedeutende Unterschiede:
– Beim Carsharing mieten Sie das Auto für einzelne Fahrten.
– Mietwagen lohnen sich für einige Tage oder Wochen, sind auf lange Sicht jedoch vergleichsweise teuer.
– Leasing-Verträge laufen meist über zwei bis vier Jahre. Zudem fallen teils hohe Anmeldegebühren, Kautionen und Schlussraten an, die zwischen zehn bis 30 Prozent vom Listenpreis des Fahrzeugs betragen können.
Vorteile und Nachteile des Auto-Abos
Das Auto-Abo bietet einige Vorteile:
– Hohe Flexibilität: Dank kurzer Laufzeiten und individuell vereinbarer Kilometerleistungen ist das Auto-Abo eine flexible Alternative zum Leasing oder zum Kauf eines eigenen Pkws.
– Überschaubare Kosten: Kfz-Steuer, Zulassung, Versicherung, Wartung und Reparaturen sind bereits in der monatlichen Abo-Gebühr inbegriffen. Eine Kaution fällt i.d.R. nicht an. Fahrer zahlen lediglich Sprit bzw. bei E-Autos den Stromverbrauch.
– Große Modellauswahl: Bei den meisten Anbietern steht Abonnenten eine große Anzahl an aktuellen Fahrzeugmodellen zur Verfügung.
– Zeitersparnis und weniger Papierkram: Abonnenten können sich lange Wartezeiten für die Zulassung des Fahrzeugs und die Suche nach einer passenden Kfz-Versicherung sparen. Das übernimmt alles der Abo-Anbieter. Die Abos lassen sich üblicherweise einfach online abschließen.
– Kein Restwertrisiko: Ändern sich Ihre Lebensumstände oder möchten Sie mal ein anderes Fahrzeug ausprobieren, ist das mit einem Auto-Abo kein Problem. Sie geben den Wagen nach Ablauf der Vertragslaufzeit zurück, statt lange nach einem Käufer für Ihr altes Auto zu suchen.
Bevor Sie sich für ein Auto-Abo entscheiden, sollten sie jedoch auch die Nachteile bedenken:
– Keine Übernahmemöglichkeit: So gut Ihnen das gemietete Auto auch gefällt, können Sie es nicht übernehmen, höchstens die Abo-Laufzeit verlängern.
– Weniger Individualisierungsmöglichkeiten: Beim Auto-Abo steht Ihnen das Fahrzeug innerhalb weniger Tage zur Verfügung. Damit das gelingt, greifen die Anbieter auf vorproduzierte Standardmodelle zurück. Sonderwünsche wie eine spezielle Farbe oder eine besondere Ausstattung können oft nicht berücksichtigt werden.
– Altersbeschränkungen: Anbieter setzen für gewöhnlich ein Mindestalter von 21, 23 oder 25 Jahren sowie eine gewisse Fahrerfahrung voraus. Vereinzelt gilt zudem ein Höchstalter von 75 Jahren.
– Schufa-Auskunft erforderlich: Abo-Anbieter informieren sich bei der Schufa und gegebenenfalls anderen Auskunfteien über Ihre Bonität.
– Teilweise hoher Selbstbehalt: Je nach Versicherungsschutz und Selbstbehalt können Schäden am Auto teuer werden. Es empfiehlt sich daher, das abonnierte Auto äußerst umsichtig zu nutzen.
Wer bietet Auto-Abos an?
Auf dem Markt findet sich mittlerweile eine große Anzahl unterschiedlicher Anbieter. Zum einen sind da die verschiedenen Hersteller selbst, die Autos im Abo zur Verfügung stellen. Dazu gehören etwa Mercedes, Ford, Audi, Renault, Volkswagen und andere.
Auch Autovermieter wie Sixt und Europcar haben Auto-Abos im Angebot. Der ADAC und Versicherungen wie die HUK Coburg stellen ebenfalls Autos im Abo zur Verfügung. Hinzu kommen Startups wie Finn.Auto, Faaren, like2drive und mehr.
Ist ein Auto-Abo das Richtige für Sie?
Ein Auto-Abo lohnt sich kurz gesagt für alle, die flexibel und zugleich mobil bleiben möchten. Probieren Sie gerne verschiedene Fahrzeugmodelle aus? Oder benötigen Sie das Auto nur für einen bestimmten Zeitraum? Dann kann das Auto-Abo eine praktische Option darstellen.
Fahren Sie etwa im Sommer mit dem Fahrrad zum Büro, möchten sich im Winter aber nicht in überfüllte Busse oder Bahnen quetschen, bietet das Auto-Abo eine komfortable Alternative. Versicherung, Steuer und weitere laufende Kosten zahlen Sie so nur für den Zeitraum, in dem Sie den Wagen tatsächlich nutzen. Aufs Jahr gerechnet spart das mehrere Hundert Euro.
Lohnt sich ein Auto-Abo auch für Unternehmen?
Auto-Abos können sich für Unternehmen lohnen, die ihren Mitarbeitenden Fahrzeuge für die dienstliche Nutzung zur Verfügung stellen möchten. Die Einrichtung eines eigenen Fuhrparks ist teuer und aufwendig. Die Fahrzeuge müssen angemeldet, zugelassen und versichert werden. Werden sie gerade nicht benötigt, fallen dennoch laufende Kosten an.
Viele Auto-Abo-Anbieter stellen daher Komplettpakete für Unternehmen zur Verfügung. Die Vorteile für Privatnutzer greifen auch hier: Unternehmen bekommen die gewünschten Modelle zügig nach Vertragsabschluss ausgeliefert und zahlen nur eine monatliche Fixrate inklusive Versicherung, Wartung und Verschleiß.
Die Vertragslaufzeit beginnt meist ab sechs Monaten Dauer und lässt sich flexibel anpassen. Das ist besonders praktisch für Betriebe, in denen die Beschäftigten saisonal unterwegs sind und zum Beispiel eher im Sommer auf Geschäftsreise und Kundenbesuche gehen.
Zudem müssen sich Unternehmen keine Sorgen um den Wertverlust der Fahrzeuge machen, da dieser vom Anbieter getragen wird.
Urheber des Titelbildes: yasnesone4ko / 123RF Standard-Bild
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