Kommunikationstools für Unternehmen und Projektteams – „Woran arbeitest du gerade?“

Kommunikationstools für Unternehmen und Projektteams

Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren rasant verändert: Während es früher üblich war, dass Kollegen vor Ort zusammenarbeiten, nutzen immer mehr Unternehmen virtuelle Teams aus fest angestellten und freien Mitarbeitern, die nicht innerhalb eines Büros, teilweise sogar nicht einmal im selben Land sitzen. Dadurch sind neue interne Informations- und Kommunikationsprozesse notwendig geworden, mit denen Projekte koordiniert und Wissen ausgetauscht werden kann. Ich habe mich auf die Suche nach Tools gemacht, mit denen Freelancer oder Projektteams schnell und einfach kommunizieren können.

Microbloggingdienste

Twitter ist schon längst zu einem Kommunikationskanal für Unternehmen geworden, als Verkaufskanal, für Werbung und PR oder zum Teilen von Wissen. OTTO Office ist z.B. seit März 2010 mit eigenem Account dabei. Immer mehr Firmen nutzen Twitter mittlerweile aber auch als geschlossenen internen Kommunikationskanal, in dem Mitarbeiter Kurznachrichten zum schnellen Informationsaustausch zwitschern. Diese Informationen können mit Hilfe eines Microblogs digitalisiert und zentral dokumentiert werden, so dass sie dauerhaft erhalten bleiben. Von Microblogging im Unternehmen profitieren Zusammenarbeit, Qualitätsmanagement, Transparenz und damit auch Effizienz und Produktivität.

Während User bei Twitter selbst einstellen müssen, dass ihr Konto nicht öffentlich sichtbar sein soll, ist diese Einstellung bei Yammer.com voreingestellt, denn die Zielgruppe des Dienstes ist nicht die breite Öffentlichkeit sondern Mitarbeiter von Unternehmen. Nutzer melden sich mit ihrer geschäftlichen E-Mail-Adresse an und werden anhand dieser ihrem Unternehmensnetzwerk zugeordnet. Analog zur Twitters „Was machst du gerade?“ geht es hier um die Frage „Woran arbeitest du gerade?“. Yammer dient als zentrale Diskussionsplattform, um Neuigkeiten, Ideen und Links auszutauschen oder Fragen zu stellen und zu beantworten. Die Grundversion ist kostenlos, Yammer Premium kostet 5 US-Dollar pro Mitarbeiter und Monat und bietet erweiterte Funktionen wie administrative Kontrollwerkzeuge oder eine Integration in bestehende Systeme.

Eine Alternative zu Yammer ist der deutsche Microblogging-Anbieter Communote. Mit der Kommunikationslösung können projekt- und teamorientierte Unternehmen Statusmeldungen, Dokumente und Links sicher online teilen. Bei Communote erhält jeder Businesskunde einen eigenen, in sich abgeschlossenen Client mit eigener Datenbank und Nutzerverwaltung. Für bis zu zehn Mitglieder kann das Tool kostenfrei genutzt werden, darüber hinaus kostet es einen Euro pro Nutzer und Monat.

Instant Messenger und Videotelefonate

Nützliche Werkzeuge für die Projektarbeit sind Messenger, denn Kurznachrichten sind weniger aufdringlich als ein Telefonanruf und gehen nicht so leicht in der Masse unter wie E-Mails. Vorreiter und der wohl bekannteste Dienst ist Skype, mit dem Textnachrichten per Chat ausgetauscht werden können. In erster Linie ist das Programm aber eine VoIP-Software (Voice over IP), mit der User Audio- und Video-Konferenzen führen können. Für Privatnutzer ist der Dienst kostenlos, für Businessanwender gibt es Abonnements etwa für Auslandstelefonate zu günstigen Preisen sowie eine Premium-Version ab 5,99 Euro pro Monat, die unter anderem Gruppen-Videotelefonate mit bis zu zehn Teilnehmern unterstützt.

Eine interessante und kostenlose Alternative für mobile Nutzer ist Fring, das die wichtigsten Messenger unter einem Dach vereint. User können unter anderem auf Skype, AIM, Windows Live, Google Talk, ICQ und Twitter in nur einem Client zugreifen. Die Software läuft auf dem iPhone und auf Android-Smartphones.

Auch der mittlerweile sehr bekannte WhatsApp Messenger wendet sich an mobile Nutzer. WhatsApp ist ein plattformübergreifender mobiler Messenger, der SMS ersetzt und über den vorhandenen Datentarif des Mobilfunkvertrags funktioniert. Die App ist für iPhone und Blackberry (Kosten: 79 Cent) sowie Android (zur Zeit kostenlos) verfügbar und ermöglicht den Austausch von Nachrichten, Bildern, Sprachnotizen und Videos. Noch nicht ganz so bekannt ist die kostenlose Alternative KakaoTalk, die ähnliche Funktionen bietet. Benutzer von iPhone und Android können untereinander einzeln oder in Gruppen chatten und Dateien verschicken.

Sprachnachrichten

Gerade als Freiberufler, der oft allein vor sich hinarbeitet und seltener direkten Kontakt mit Kollegen hat, ist es manchmal angenehm, eine Stimme zu hören – wenn schon nicht bei einem Telefonat, dann wenigstens per Sprachnachricht. Dafür eignet sich die App WOIZZER, mit der schnell und einfach kostenlose Sprachmitteilungen mit angehängten Texten, Fotos oder Videos verschickt werden können – privat, in einer Gruppe oder öffentlich auf Facebook. Die App bietet weitere Funktionen wie Gruppen, zeitversetztes Senden, die Aufnahme von Memos, einen Adressbuchfilter oder Push-Ruhezeiten und kann mit iPhone, iPod touch und iPad genutzt werden.

Haben Sie Erfahrungen mit den hier vorgestellten Tools? Oder arbeiten Sie mit anderen Kommunikationstools, die Sie empfehlen können? Wie immer freue ich mich auf Ihre Anregungen.


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Kommentare
4 Responses to “Kommunikationstools für Unternehmen und Projektteams – „Woran arbeitest du gerade?“”
  1. Erika P. sagt:

    Ich finde auch, dass heutzutage viel zu wenig geredet wird. Das ist sehr schade, denn das Teamgefühl bleibt auf der Strecke. Die Tools können vielleicht helfen, dass es besser wird.

  2. Heiko sagt:

    Hallo liebe Otto Kollegen,

    wie sieht es denn mit Yammer (oder auch mit Communote) bei Otto intern aus? Nutzt Ihr die Dienste? Gibt es Vorbehalte zum Beispiel hinsichtlich Datenschutz – oder Social Media am Arbeitsplatz?

    Liebe Grüße
    HEIKO

  3. Sasch sagt:

    Ich nutze jetzt seit einiger Zeit Samepage.io um meine Dateien zu sichern, Aufgaben an mein Team zu verteilen und kann sogar eine eigene Knowledgebase erstellen.
    Es gibt einen Client um Files zu synchen sowie Apps für iPhone und Android. Alles also ähnlich wie bei Dopbox und Co. mit dem, für mich wichtigen Unterschied, dass die Software nicht auf Filesync beschränkt ist.
    Ich kann Seiten und Unterseiten erstellen, Nutzern verschiedene Rechte zuweisen, per Kommentarfunktion kommunizieren und habe somit eine zentrale Anlaufstelle für alles was mit Kommunikation oder Wissensdatenbank zu tun hat.
    Selbst wenn man nur seine Kochrezepte digital ablegt ;)

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  1. […] im August 2011 habe ich Ihnen einen Überblick über verschiedene Tools gegeben, mit denen Freelancer oder […]



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