Anders suchen

Wer im Internet nach Informationen sucht, der googelt. Die Suchmaschine Google ist seit ihrem Launch zu einem alltäglichen Bestandteil der Internetnutzung geworden. Heute steht ihr Name fast synonym für den Suchvorgang.

Bei Datenschützern steht Google jedoch in der Kritik. Nutzer ärgern sich ihrerseits über viele Anzeigen und Clickbait-Artikel in den Suchergebnissen. Warum also nicht mal auf eine andere Suchmaschine umsteigen? Dieser Artikel stellt Ihnen fünf Alternativen zu Google vor.

Marktführer Google

Google ist ungeschlagener Marktführer unter den Suchmaschinen. Bei den von Desktop-Computern aus gestellten Suchanfragen hält sie einen Marktanteil von 80 Prozent. Hinzu kommen Partner-Suchmaschinen, die ebenfalls auf die Google-Suchergebnisse zurückgreifen.

Die Suchmaschine Bing von Microsoft liegt mit 10,3 Prozent Marktanteil weit abgeschlagen auf Platz 2. Im mobilen Suchmaschinen-Markt hält Google einen Marktanteil von 87,59 Prozent.

Wie sich Google gegen die Konkurrenz durchgesetzt hat

Google ging 1998 an den Start. Bereits von Beginn an konnte die Suchmaschine mit besseren Suchergebnissen als die Konkurrenz überzeugen. Webkataloge wie Yahoo mussten ihre Suchverzeichnisse mit viel Aufwand pflegen. Google setzte dagegen auf den sogenannten PageRank-Algorithmus. Der bewertet Suchergebnisse nach Relevanz und spielt Nutzern zu ihrer Anfrage passende aktuelle Ergebnisse aus.

Auch mit dem Geschäftsmodell setzte Google neue Maßstäbe. Mitbewerber erhoben Gebühren für Einträge oder zeigten Werbung an. Google verdient stattdessen mit auf Nutzeranfragen zugeschnittenen Anzeigen Geld.

5 Alternativen zu Google

Googles Erfolg liegt nicht zuletzt darin begründet, dass die Suchmaschine auf vielen Geräten und in vielen Browsern voreingestellt ist. Die meisten Nutzer wissen zudem gar nicht, welche Alternativen es gibt.

Wünschen Sie sich besseren Datenschutz, eine vollkommen anonyme Online-Suche oder eine ökologische Suchmaschine? Dann schauen Sie sich einmal diese fünf Google-Alternativen an.

1. Bing

Die Suchmaschine Bing von Microsoft ging 2009 an den Start. Den Beta-Status verließ sie 2012. Bing punktet durch eine nutzerfreundliche Oberfläche und schnelle Suchergebnisse für Nachrichten, Bilder und Videos. Genau wie Google zeigt Bing Kurzantworten auf bestimmte Fragen innerhalb der Suchergebnisse an.

Die Suchmaschine baut auf der künstlichen Intelligenz Cortana auf. Cortana analysiert Quellen im Internet und soll seriöse und unseriöse Inhalte unterscheiden können. Die Suchergebnisse sind von entsprechend hoher Qualität. Genau wie Google speichert Bing allerdings die IP-Adressen der Suchenden und setzt Cookies. In die Kritik geraten ist die Suchmaschine zudem, da sie chinesische Suchergebnisse zensiert.

2. Startpage

Startpage speichert weder Nutzerdaten noch Cookies. Die Metasuchmaschine stammt aus den Niederlanden. Hervorgegangen ist sie aus der 1998 gegründeten Firma Ixquick. Seit 2006 firmiert die Suchmaschine unter dem Namen Startpage. Alle Server von Startpage stehen auf europäischem Boden und unterliegen damit europäischem Recht.

In einem Test aus dem Jahr 2019 wählte Stiftung Warentest Startpage auf Platz 1 der Suchmaschinen, noch vor Google. Verantwortlich für das gute Ergebnis war vor allem der herausragende Datenschutz. Auch die Suchergebnisse stimmen. Diese bezieht Startpage nämlich von Google. Allerdings werden Nutzeranfragen anonym über einen Proxy-Server weitergeleitet. Google erhält damit keinerlei Einblick ins Nutzerverhalten. Zur Finanzierung blendet die Suchmaschine nicht-personalisierte Werbung ein.

3. DuckDuckGo

Auch DuckDuckGo speichert keinerlei Nutzerdaten, weder den Suchverlauf noch die IP-Adresse oder persönliche Daten. Gegründet wurde die alternative Suchmaschine von Gabriel Weinberg, der ursprünglich einen Online-Shop für die Schneiderei seiner Mutter programmierte.

DuckDuckGo punktet nicht nur in der Kategorie Privatsphäre, sondern auch beim Komfort. Suchergebnisse für Orte und Shopping gibt sie gesondert aus. Wer nach Restaurants oder Geschäften sucht, erhält wie bei Google eine Karte mit Telefonnummer, Adresse und Öffnungszeiten.

Die Suchergebnisse bezieht DuckDuckGo aus einem Mix verschiedener Quellen. Dazu gehören Wikipedia, andere Suchmaschinen wie Bing und Yahoo sowie ein eigener Webcrawler. Anders als bei Google erhält jeder Nutzer dieselben Suchergebnisse angezeigt. Ein Nachteil: DuckDuckGo unterliegt dem USA Patriot Act. Das bedeutet, Behörden wie das FBI und NSA können Zugriff auf die Server der Suchmaschine verlangen.

4. Qwant

Qwant legt ebenfalls keine Nutzerprofile an. Jeder Nutzer sieht die gleichen Suchergebnisse, sortiert in Kategorien wie News, Bilder und Fundstellen. Darüber hinaus bietet Qwant auch einen alternativen Kartendienst, OpenStreetMap genannt. Für Musikliebhaber gibt es einen eigenen Bereich, der es ermöglicht, mithilfe Künstlicher Intelligenz neue Musik zu entdecken.

Qwant wird auf europäischen Servern gehostet und unterliegt europäischem Recht. Die Suchmaschine finanziert sich über Werbeanzeigen und ist Teil des Anzeigennetzwerks von Microsoft Bing.

5. Ecosia

Online nach Informationen suchen und ganz nebenbei Bäume pflanzen: Das funktioniert mit der Suchmaschine Ecosia. Die Google-Alternative für Umweltbewusste spendet 80 Prozent ihrer durch Klicks erzielten Werbeeinnahmen an umweltschützende Initiativen. Die Suchergebnisse bezieht Ecosia von Bing und liefert daher eine vergleichbare Qualität.

Anonym suchen Sie mit Ecosia allerdings nicht: Die Suchmaschine speichert Ihre IP-Adresse und setzt Cookies.

Prognose: Online-Suche ohne Suchanfragen

Wohin die Zukunft der Suchmaschinen führen könnte, zeigt ein kürzlich angemeldetes Patent von Google. Eine neue Funktion soll eine sogenannte “queryless search”, eine Online-Suche ohne Suchanfragen ermöglichen. Google leitet aus vorherigen Suchanfragen ab, wofür sich ein Nutzer interessieren könnte, und gibt automatisch passende Informationen aus.

Suchen Sie zum Beispiel nach einem bestimmten Film, zeigt die Suchmaschinen Ihnen ähnliche Filme oder TV-Serien im selben Genre an, passende Bücher oder andere verwandte Produkte. Eine derart personalisierte Auswahl hält das Interesse der Nutzer und soll sicherstellen, dass sie immer wieder zu Google zurückkehren.

Urheber des Titelbildes: romanbykhalets/ 123RF Standard-Bild