Stressprävention – Achtsamkeit im Job

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Stressprävention - Achtsamkeit im Job / auf dem Foto: Eine Büroangestellte sitzt vor dem Computer und meditiert.

Raus aus der Stressfalle! Alle reden von Stress wie von einer Modeerscheinung. Vielerorts hört man: “Ich habe Stress”, “Zurzeit ist alles sehr stressig” oder “Der Stress in meiner Firma macht mich krank!”.

Was der eine als kurzzeitige berufliche Herausforderung sieht, ist für den anderen eine enorme psychische Belastung. Mit unserem Artikel geben wir Ihnen Tipps zur Stressprävention an die Hand und hoffen, dass Sie besser durch arbeitsintensive Phasen kommen.

Arbeitsbelastung im Wandel der Zeit

Moderne Technologien, Globalisierung sowie die Tendenz zur permanenten Verfügbarkeit haben die Arbeitswelt gravierend verändert. Nahezu jeder zweite Beschäftigte gibt an, ständig unter Zeitdruck zu stehen und die hohen Erwartungen an seine Arbeitsleistung als belastend zu empfinden.

Auch die Krankenkassen schlagen Alarm. Derzeit rangieren Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen mit einem Anteil von nahezu 10 Prozent an der dritten Stelle aller krankheitsbedingten Ausfälle. Hinzu kommen die Skelett-, Muskel- und Herz-Kreislaufkrankheiten, die psychischen Faktoren geschuldet sind.

Wie können Betriebe der aktuellen Entwicklung gegensteuern?

Viele Unternehmen haben erkannt, dass die schädlichen Folgen von Arbeitsüberlastung und Stress sowohl das Leistungsvermögen und die Gesundheit der Mitarbeiter beeinträchtigen als auch die Produktivität bremsen. Gesunde Mitarbeiter, die auf sich achten, arbeiten konzentriert und aufmerksam. Sie machen auch weniger Fehler.

Bei Beschäftigten, die ständig unter Leistungs- und Zeitdruck stehen, häufen sich Irrtümer und das Unfallrisiko steigt. Die Folge ist nicht nur ein hoher Krankenstand, sondern auch ein schlechtes Betriebsklima, das sich kaum mit Einzelmaßnahmen beeinflussen lässt. Aus diesen Gründen sind die Unternehmen schon aus eigenem Interesse daran interessiert, dass das innerbetriebliche Stressmanagement gut funktioniert.

Maßnahmen, die Unternehmen zur Stressprävention einsetzen können:

  • Realistische Gestaltung der Arbeitsintensität
  • Information, Kommunikation und Kooperation verbessern
  • Erweiterung von Handlungsspielräumen
  • Regelmäßige Pausen einkalkulieren, einhalten und überwachen
  • Mitarbeiter in Entscheidungen bezüglich Dienstplan, Pausengestaltung, Wahl der Arbeitsmittel und dergleichen einbinden
  • Gesundheitsgerechte Arbeitsumgebung (Licht, Luft, wenig Lärm)
  • Keine unnötigen Arbeitsunterbrechungen
  • Sport und gezielte Maßnahmen zur Stressprävention anbieten und finanzieren (autogenes Training, Fitnessraum, Ausgleichssport, Workshops, Vorträge, aktive Pausengestaltung)
  • Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten schaffen
  • Lob und Anerkennung
  • Pflege des Betriebsklimas
  • Förderung der Kollegialität

Jeder Mensch empfindet Stress anders

Während die Arbeitsbedingungen in einem Unternehmen für alle Mitarbeiter nahezu gleich sind, leiden manche mehr unter Stress als andere. Das liegt daran, dass manche Menschen aufgrund ihrer Konstitution mit Herausforderungen und Belastungen besser zurechtkommen als andere (Stichwort Resilienz).

Was für den einen Abwechslung und Erfolgserlebnis, empfindet ein anderer als kaum auszuhaltenden Leistungsdruck. Auch das private Umfeld spielt eine wichtige Rolle. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von der Stressempfindlichkeit verschiedener Menschen.

Das kann jeder Einzelne zur Reduzierung des persönlichen Stressempfindens beitragen:

  • “Hausgemachten” Stress, wie z.B. ständige Handychecks oder unnötige Arbeitsunterbrechungen vermeiden
  • Bereitschaft für das Erlernen von Neuem entwickeln
  • An den persönlichen Kompetenzen arbeiten (Zeitmanagement, soziale Kontakte)
  • Realistische Ziele setzen
  • Kollegiales Verhalten verbessern
  • Sport treiben, im Alltag ausreichend bewegen
  • Angebote der Krankenkassen zum Thema Stressprävention annehmen und umsetzen
  • Für einen angenehmen Freizeitausgleich sorgen

Wer auf sich achtet, baut zusätzliche “Stresspuffer” auf und mildert so die negativen Auswirkungen beruflicher Belastungen erheblich. Deshalb spielt die Achtsamkeit bei der Gesamtbetrachtung der betrieblichen Stressprävention eine überaus wichtige Rolle.

Unternimmt Ihr Arbeitgeber etwas hinsichtlich der Stressprävention? Wie kommen Sie mit den stetig steigenden Anforderungen zurecht? Achten Sie auf sich? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar zu diesem wichtigen Thema!

Urheber des Titelbildes: Aleksandr Davydov / 123RF Standard-Bild


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