Bei dicker Luft im Büro kann auch die Konzentration leiden. Auf dem Foto: Ein Angestellter, der seine Brille abgenommen hat und sich erschöpft ins Gesicht fasst

Dicke Luft im Büro? Zeit zum Durchatmen!

Wenn dicke Luft im Büro herrscht, muss das nicht immer sprichwörtlich gemeint sein: Manchmal wird tatsächlich der Sauerstoff knapp, die Luft wirkt schwer und stickig oder es halten sich unangenehme Gerüche im Raum. Wie und wodurch entsteht die schlechte Luft und was lässt sich für ein besseres Raumklima tun?

Was bedeutet „dicke Luft“ eigentlich?

Ist von „dicker Luft“ die Rede, ist meist im übertragenen Sinn eine angespannte Stimmung nach einem Streit oder einem Missverständnis gemeint. Die Bezeichnung kommt dabei nicht von ungefähr: Wenn Luft stickig, warm und schwer ist, entsteht ein drückendes, unangenehmes Gefühl – genau wie in Momenten, in denen Spannungen in der Luft liegen. Im wörtlichen Sinn beschreibt die dicke Luft genau diese ganz realen Faktoren: schlechte, abgestandene Luft, in der Sauerstoff fehlt und sich Wärme, Feuchtigkeit und Gerüche stauen.

Woher kommt die schlechte Luft am Arbeitsplatz?

Ob stickig, muffig oder einfach „nicht frisch“ – schlechte Luft im Büro entsteht durch eine Mischung aus menschlichen, technischen und alltäglichen Einflüssen. Meist wirken sie zusammen, ohne dass es sofort auffällt.

Typische Ursachen bzw. Gerüche sind:

  • Atemluft und Körperwärme: Jede Person gibt CO2, Feuchtigkeit und Wärme ab – in gut gefüllten Büros steigt so schnell der Kohlenstoffdioxid-Gehalt, was die Luft schwer und verbraucht wirken lässt.
  • Technische Geräte: Computer, Drucker und Kopierer heizen den Raum auf und setzen feine Partikel oder Ozon frei.
  • Essen, Getränke und Müll: Kaffeeduft, die Reste vom Mittagessen oder ein voller Papierkorb tragen zu einem Mix aus Gerüchen bei, die sich in der Summe auch mal als Gestank zeigen.
  • Reinigungs- und Duftmittel: Was kurzfristig Frische verspricht, kann in einer hohen Dosis chemisch wirken und die Luft zusätzlich belasten.
  • Materialien und Möbel: Teppiche, Kunststoffoberflächen oder Farbe dünsten kontinuierlich leicht wahrnehmbare Stoffe aus.
  • Mangelnde Belüftung: Ohne regelmäßiges Stoßlüften reichert sich die Luft mit Feuchtigkeit, CO2 und Geruchsmolekülen an – sie „steht“ sprichwörtlich im Raum.

Mit der Zeit gewöhnt sich die Nase an diesen Mix – ein Effekt, der als olfaktorische Ermüdung bekannt ist. Man selbst bemerkt die schlechte Luft also kaum noch, während Besucher sofort einen dumpfen oder überladenen Geruch wahrnehmen.

Die hohe Bedeutung von frischer Luft

Studien zeigen, dass eine hohe CO2-Konzentration im Raum Müdigkeit, Kopfschmerzen und eine mangelnde Konzentration begünstigt. Bereits nach einer Stunde in einem schlecht gelüfteten Büro kann der Kohlendioxid-Wert deutlich steigen. Frische Luft bedeutet dagegen weniger Kohlendioxid und mehr Sauerstoff: Genau das wirkt sich positiv auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden aus. Frische Luft sorgt zudem für einen klaren Kopf und hält wach. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, Feuchtigkeit zu reduzieren und Schimmelbildung vorzubeugen. Auch Viren und Keime haben in gut belüfteten Räumen schlechtere Chancen.

Fenster auf: So funktioniert richtiges Lüften

Die Maßnahme Nummer eins lautet jetzt: Fenster auf. Regelmäßiges Lüften – am besten mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten – sollte ein fester Bestandteil des Büroalltags sein. Ideal ist das Stoß- oder Querlüften über gegenüberliegende Fenster. So tauscht sich die Raumluft schnell und vollständig aus, ohne dass Wände oder Möbel auskühlen. Fenster dauerhaft auf Kipp zu lassen, ist dagegen ineffizient: Der Luftaustausch ist gering und im Winter geht unnötig Heizenergie verloren.

Im Sommer empfiehlt es sich, in den kühleren Morgenstunden oder am späten Abend zu lüften, wenn die Außentemperaturen niedriger sind. Tagsüber bleiben die Fenster besser geschlossen, damit die Hitze draußen bleibt. Im Winter sorgt dagegen ein kurzes, intensives Stoßlüften dafür, dass frische Luft hereinkommt, ohne den Raum zu stark abzukühlen. Auch die Raumtemperatur spielt eine Rolle: Ideal sind 20 bis 22 Grad bei rund 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Mehr als frische Luft: Was lässt sich zusätzlich gegen schlechte Gerüche tun?

Zusätzlich zum Lüften sind folgende Maßnahmen hilfreich:

  • Zimmerpflanzen sind natürliche Luftverbesserer. Arten wie die Efeutute, die Grünlilie oder der Drachenbaum filtern Schadstoffe aus der Luft und tragen gleichzeitig zu einem angenehmeren Raumklima bei.
  • Aktivkohlefilter oder Luftreiniger können zusätzlich helfen, Feinstaub, Gerüche und Schadstoffe zu reduzieren. Insbesondere in Großraumbüros lohnt sich das. Für die Anschaffung solcher Geräte ist in der Regel der Arbeitgeber zuständig.
  • Auch natürliche Duftquellen sind eine Option: Ätherische Öle in geringer Menge, etwa über Duftsteine oder kleine Diffusoren, können die Luft dezent verbessern. Wichtig ist, die Düfte sparsam einzusetzen. Zu intensive Gerüche, egal ob künstlich oder natürlich, wirken schnell aufdringlich und können empfindliche Personen belasten. Duftkerzen oder Raumsprays sind daher keine gute Dauerlösung.
  • Neben technischen und natürlichen Hilfsmitteln spielen auch die Faktoren Ordnung und Hygiene im Büroalltag eine entscheidende Rolle. Räumen Sie beispielsweise benutztes Geschirr zeitnah weg, damit sich kein muffiger oder säuerlicher Geruch in der Küche oder am Arbeitsplatz ausbreitet.
  • Auch Textilien speichern Gerüche über eine längere Zeit. Teppiche, Gardinen oder Polstermöbel sollten daher regelmäßig gelüftet oder gereinigt werden.
  • In geschlossenen Räumen reichen schon kleine Temperaturunterschiede, um Schweißgeruch stärker wahrnehmbar zu machen. Wer viel in Bewegung ist oder unter Stress steht, achtet bestenfalls auf frische Kleidung und ein dezentes Deo für einen angenehmen Körpergeruch.

Urheber des Titelbildes: yacobchuk / 123RF Standard-Bild

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