Digitalisierte Arbeitswelt: Droht Deutschland der Abstieg?

Laut Schätzungen der EU benötigt man in naher Zukunft in ca. 90% aller Berufe digitales Know-How. Viele Erwachsene verfügen jedoch lediglich über rudimentäre Kenntnisse auf diesem Gebiet, ein Viertel aller Deutschen über 18 Jahren können sogar als digitale Analphabeten bezeichnet werden.

Der Blick auf den Nachwuchs fällt leider auch eher durchwachsen aus. Zwar gehören digitale Medien zum Alltag von Kindern und Jugendlichen, doch nur wenige verstehen und durchschauen die Technik, die dahinter steckt.

 

Warum ist Medienkompetenz so wichtig?

Der kompetente Umgang mit digitalen Medien ist in der heutigen Arbeitswelt nahezu so wichtig wie das Lesen und Schreiben. Wird diese Qualifikation vernachlässigt, hat das negative Folgen für Innovationen und die Wertschöpfung einer Volkswirtschaft.

Gerade das rohstoffarme Deutschland, das einstige Land der Dichter und Denker, gefährdet seinen Wohlstand, wenn das Bildungsniveau sinkt. Eine mangelnde Medienkompetenz ist außerdem ein großer Nachteil im globalen Wettbewerb. Schon jetzt sind uns einige Länder weit voraus, was die Digitalisierung angeht.

 

Welche Schwierigkeiten haben die Deutschen mit der digitalen Welt?

“Deutsche Schulen sollen endlich im Computerzeitalter ankommen!”

Dieser Satz könnte von heute stammen, wurde aber bereits 1993 von einem Experten-Forum formuliert. Schon damals wurde bemängelt, dass dem Thema Informatik an allen Schulformen zu wenig Platz eingeräumt wurde. Auch heute hinken die deutschen Schüler im internationalen Vergleich hinterher.

Ein Problem scheint also zu sein, dass viele Schulen nicht gut genug ausgerüstet sind, um Medienkompetenz zu vermitteln. Darüber hinaus sind viele – insbesondere ältere – Lehrer selbst nicht sicher im Umgang mit den Neuen Medien und haben Angst, etwas falsch zu machen.

Das Defizit an theoretischer und praktischer Wissensvermittlung setzt sich auch an den Universitäten und Ausbildungsstätten fort. Dass ein übergreifendes Konzept fehlt, wird von Verantwortlichen damit erklärt, dass die digitale Welt so schnelllebig ist und man sich bislang auf keine Standards einigen konnte, z.B. was Hardware und Software angeht.

Und schließlich gibt es auch viele Eltern, die die digitale Entwicklung entweder selbst verschlafen haben oder sie verteufeln. In kaum einem anderen Land herrscht größere Skepsis gegenüber den Neuen Medien als in Deutschland. Kein Wunder, dass man in vielen ländlichen Gegenden noch immer nur im Schneckentempo im Internet surfen kann.

 

 

Gibt es noch Hoffnung für Deutschland?

Diese Frage haben wir absichtlich überspitzt formuliert … Ja, es gibt noch Hoffnung! Viele Verantwortliche in Politik und Bildung haben erkannt, dass ein “digitaler Ruck” durch das Land gehen muss. Zwar sehr spät, aber sicherlich nicht zu spät.

Ein wichtiges Projekt ist dabei der flächendeckende Netzausbau. Das Ziel ist es, das gesamte Land mit einem “superschnellen Breitband” auszustatten. Nur so ist es überhaupt möglich, das Verbesserungspotenzial für die Gesellschaft auszuschöpfen.

Darüber hinaus gibt es immer wieder einzelne Schulen, Universitäten und Unternehmen, die, angetrieben von engagierten Lehrkräften bzw. Führungskräften, herausragende Beiträge im Rahmen der Digitalisierung abliefern und zeigen, dass Smartboards, Notebooks und Tablet-PCs so selbstverständlich zum Schul- und Büroalltag gehören sollten wie Stifte und Papier.

 

Wie schätzen Sie Ihre eigene Qualifikation im Umgang mit digitalen Medien ein? Finden Sie, dass Deutschland gut für die digitale Zukunft gerüstet ist? Wir freuen uns sehr auf Ihr Feedback!

 

 

Bildquelle: artpilot / 123RF Lizenzfreie Bilder


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