Hipster PDA oder ich bastele mir eine Gedächtnisstütze

DIY Hipster PDA

Im Büro der PC, Zuhause ein Laptop, unterwegs ein Smartphone – unser Leben ist digital durchorganisiert und erfordert die ständige Synchronisation von allen technischen Gadgets, damit uns ja kein Termin durch die Lappen geht. Es gibt Tage, an denen ich einfach technikmüde bin. Aber vor Kurzem habe ich mit dem Hipster PDA (Parietal Disgorgement Aid) eine verblüffend einfache Lösung entdeckt, mit dem ich meine Termine und Notizen unkompliziert organisieren kann. Hipster PDA klingt nach Technik pur, ist aber das genaue Gegenteil: die Rückkehr zu Stift und Papier.

Der Hipster PDA wurde von Merlin Mann erfunden, einem der bekanntesten amerikanischen Produktivitätsblogger. Eine überzeugende Übersetzung des Begriffs Hipster PDA ins Deutsche sucht man übrigens vergeblich, selbst Muttersprachler mussten bei meiner Frage nach der genauen Bedeutung von „Parietal Disgorgement Aid“ passen. Flapsig formuliert, könnte man vielleicht sagen, der Hipster PDA ist die Retro-Version des Taschencomputers: Immer zur Hand, hilft er dabei, Aufgaben zu koordinieren und das Hirn für die wirklich wichtigen Dinge „frei zu halten“.

Ein Hipster PDA besteht meistens aus DIN A6-Karteikarten und einer Foldback-Klammer. Das Organisationswunder kostet fast nichts, bietet maximale Flexibilität, passt in die Hosentasche und ist in der Anwendung ganz einfach. Ich notiere alles für mich Wichtige auf farbigen Karten, sortiert nach unterschiedlichen Kategorien, etwa Projekte, Tages- und Wochenpläne, Einkaufslisten, zu erledigende Anrufe oder interessante Websites. Mittlerweile sieht mein Hipster PDA schon richtig „professionell“ aus: Ich unterteile die verschiedenfarbigen Kategorien mit Trennkarten und habe das Ganze in einem Plastikumschlag verstaut, damit die Karten nicht ausfransen oder auseinanderfallen.

Anleitung Hipster PDA

Die Vorteile gegenüber einem Notizbuch sind bestechend:

Sie können Ihren Hipster PDA…

  • laufend ergänzen.
  • in genau der Reihenfolge aufbauen, die für Sie optimal ist.
  • bei Bedarf jederzeit umsortieren.

Anfangs gehört noch etwas Disziplin dazu, den Hipster PDA immer mitzunehmen, aber nach einer Weile wird er zu einer unverzichtbaren Gedächtnisstütze, die immer griffbereit ist, egal wo man sich befindet. Dabei bleibt er aktuell und übersichtlich: veraltete oder vollgeschriebene Karten werden einfach entfernt.

Hipster PDA und GTD

Hipster PDA und GTDDer Hipster PDA ist ideal für alle, die GTD benutzen. „Getting Things Done“ ist ein Selbstmanagement-Konzept von David Allen, das er in seinem Buch „Wie ich die Dinge geregelt kriege. Selbstmanagement für den Alltag“ beschreibt. Grundlage des Konzepts ist die Auffassung, dass man Aufgaben aus seinem Kopf bekommen und außerhalb festhalten muss. So wird das Gedächtnis davon befreit, sich alles zu merken, was erledigt werden muss und kann sich ganz darauf konzentrieren, die aktuell anstehenden Aufgaben zu erledigen. Die Folge ist ein effizientes und belastungsfreies Arbeiten.

Hier kommt der Hipster PDA ins Spiel, denn das Hauptprinzip von GTD ist, dass der Nutzer alle anstehenden Tätigkeiten in einem einzigen, verlässlichen Verwaltungssystem – einem „Eingangskorb“ – notiert. Von hier aus können alle Informationen verarbeitet und organisiert werden, etwa mit der Zwei-Minuten-Regel: Aufgaben, die weniger als zwei Minuten brauchen, werden sofort erledigt. Dringende Aufgaben kommen auf die Nächste-Schritte-Liste, und ist bis zur Erledigung mehr als eine Tätigkeit notwendig, kommt sie auf die Projekte-Liste.

Einmal täglich wirft man einen Blick auf die Aufgabenlisten, einmal wöchentlich erfolgt ein Wochenrückblick. Dabei wird der Erfolg erledigter Aufgaben bewertet und der Eingangskorb wieder verarbeitet – meist ein perfekter Zeitpunkt, Karten aus dem Hipster PDA zu entfernen.

Mein Fazit: Der Hipster PDA ist optimal für jeden geeignet, der aufgrund einer „Übertechnisierung“ ein Gefühl von „back to the basics“ haben möchte. Ich kann meine Gedanken besser fließen lassen, wenn ich ganz altmodisch mit Stift und Papier arbeite.

Wenn Sie sich für den Hipster PDA interessieren, habe ich einige Linktipps für Sie. Grundlegende Informationen finden Sie unter http://www.mental-ground-zero.de/der-hipster-pda.html (Deutsch) und in Merlin Manns Blog.

Möchten Sie sich ausführlicher mit „Getting Things Done“ beschäftigen? Hier finden Sie eine Grundlagenserie, die die Prinzipien des Selbstmanagementsystems ausführlich vorstellt.

Ich wünsche Ihnen ein fröhliches Hipster PDA-Basteln! Wenn Sie mögen, berichten Sie doch in den Kommentaren von Ihren Erfahrungen.

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Kommentare
4 Responses to “Hipster PDA oder ich bastele mir eine Gedächtnisstütze”
  1. Kim Quincy sagt:

    Hey, wollte nur mal sagen, dass ihr wirklich ne tolle Seite hier habt!

  2. Geniale Page die ihr hier erstellt habt. Macht weiter so!

  3. Shkodran sagt:

    Wie schön dass man in Zeiten eines iPhones und Apps für absolut jeden Schund noch etwas findet. Beängstigend ist nur die Tatsache, dass Stift und Papier ja schon retro geworden ist.
    Tolle Seite und trotz allem ein guter Tipp!
    Grüße

  4. Accolon sagt:

    Klasse Idee, da kann ich das Notizbuch eigentlich ersetzen, das hat immer das Problem das es mit veralteten Notizen überquillt (und man kauft immer viel zu spät ein neues/vergisst dauernd das man das alte voll hat – wo sollte mans auch notieren? ;-) ).

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